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Das Kind in uns

HEJ!

 

Herzlich willkommen zu einem weiteren Artikel!

Ich hoffe, es geht dir gut und du kannst die

derzeitigen Herausforderungen bewältigen?

 

Hier gab es länger nix zu lesen, weil ich meine Kreativität

mal in anderen Bereichen ausgelebt habe  😉 …. und das

hat auch viel Spass gemacht 😊

Manchmal sind selbst Sommertage zu kurz für all die Ideen

und Möglichkeiten in meinem Kopf 😉

 

Ich lese zur Zeit das Buch von Karsten Dusse mit dem

Titel „ Das Kind in mir will achtsam morden“.

 

Der Titel hat mich angesprochen…. 😉 und das bereits

Gelesene inspiriert, diesen Artikel zu schreiben.

 

Das Kind in uns…., das Kind in mir…., zu Beginn meiner

Ausbildung fiel es mir sehr schwer, mit diesem Kind in

Kontakt zu kommen.

Es hatte sich zurückgezogen, es zeigte keine Gefühle mehr,

war resigniert.

 

Oft tun wir uns schwer mit der Vorstellung „ein inneres Kind“

zu haben, es zu lieben und für es zu sorgen.

Ja, vielleicht kommt uns das direkt befremdlich vor.

Vielleicht kann ich etwas dazu beitragen, dieses Kind

wahrzunehmen und seine Existenz anzuerkennen.

 

Unser Erwachsensein hat unmittelbaren Bezug zu dem Kind,

das wir früher einmal waren, wir haben uns verändert,

sind gewachsen und mittlerweile selbständig.

Die Erfahrungen und Prägungen aus unserer Kindheit

haben jedoch die Richtung vorgegeben,

in die wir uns entwickelten.

 

Kinder bis zum ca. 6. Lebensjahr leben überwiegend

in ihrer Gefühlswelt.

Alles, was für gute Gefühle (Freude, Abenteuerlust, Spass,

Harmonie) sorgt, wird wiederholt, alles, was schlechte

Gefühle (besonders Angst und Schmerz) verursacht,

wird gemieden.

Als Kinder machen wir Erfahrungen, die schmerzhaft sind,

die wehtun.

Es entstehen Verletzungen und schmerzhafte Erinnerungen

daran. Um in Zukunft diese Erfahrungen nicht mehr zu machen,

verändern Kinder die Strategie, zum Beispiel, in dem sie

brenzligen Situationen aus dem Weg gehen, sich anpassen,

sich noch mehr anstrengen, usw.

Man könnte auch sagen, sie entwickeln individuell typische Verhaltensmuster, um sich zu schützen.

Ja, sie bilden eine regelrechte Schutzschicht aus,

um zukünftig nicht mehr verletzt zu werden.

 

Dahinter verbergen sich Erfahrungen, die im Laufe der

Zeit zu ganz konkreten, meist jedoch unbewussten

Glaubenssätzen werden.

 

Hier eine kleine Auswahl solcher Überzeugungen:

 

O Nur wenn ich angepasst und unauffällig bin, bin ich ok.

O Ich muss es allein schaffen, es ist niemand da,

    auf den ich mich verlassen kann.

O Wenn ich viel leiste und gehorsam bin, bin ich ok.

O Wenn mir etwas nicht gelingt, oder ich mich nicht

     genug anstrenge, werde ich hart bestraft.

O Ich muss etwas Besonderes leisten oder besonders sein,

    um überhaupt wahrgenommen zu werden.

O Ich komme immer zu kurz.

O Meine Wünsche werden ignoriert.

O Ich muss tun, was andere mir sagen,

     sonst werde ich nicht mehr geliebt/beachtet....

O Ich muss mich ruhig und unauffällig verhalten,

    sonst gibt es Ärger.

O So, wie ich bin, bin ich nicht richtig.

O Ich darf keine Ansprüche stellen.

 

Wenn wir diese Sätze lesen, können wir erahnen, wie es dem dazugehörigen Kind wohl ergangen sein muss, wieviel

Enttäuschung, Verletzung und auch Hilflosigkeit, Ohnmacht

und Wut es bereits erlebt hat, um zu diesen Überzeugungen zu kommen….und wie es sich angestrengt haben muss….,

wie wenig wichtig es sich erlebt hat, welche Schmerzen es

durchlitten haben muss, wie unverstanden es sich gefühlt

haben muss…und das als kleines Kind!!!

 

Wir sprechen hier wirklich von einem kleinen Kind….es kann

fühlen, aber die Gefühle noch nicht in Worten ausdrücken,

es spürt und spürt….und entwickelt unbewusste

Verhaltensmuster…um diesen angst- oder schmerzbesetzten

Situationen aus dem Weg zu gehen,

oder mit ihnen umzugehen.

 

Das ist jetzt gerade der Moment, in dem in mir sehr viel

Mitgefühl entsteht für diese Kinder und ich frage mich,

wie konnten sie das alles überstehen, wie haben sie ihr

Leben ausgehalten?

Wieviel Unrecht ist ihnen geschehen, wie oft haben sie sich

auch geschämt und hätten sich am liebsten verkrochen?

Trauen sie sich noch, etwas zu fühlen?

Wie oft fühlten sie sich schlecht und ungeliebt, nicht

wahrgenommen oder nur benutzt?

Wie oft haben sie wohl gespürt, dass sie so, wie sie sind,

nicht ok sind?

 

Ist das nicht traurig? Es sind Kinder!

Sie wollen so gerne können, was die „Großen“ können,

sie wollen soooo gern dazugehören, mitmachen,

sich sicher fühlen und angenommen, und als etwas

Besonderes wahrgenommen werden.

Sie sehnen sich nach Unterstützung und Zuwendung und

sind bereit alles dafür zu tun, wirklich alles!

Denn sie spüren auch, wie abhängig sie von den Eltern oder Bezugspersonen sind….

 

Ø  Was hat dein Kind erlebt,

welche Erfahrungen hat das Kind, das du warst,

gemacht?

 

Das Kind wächst heran, wird älter und zum Teenager,

dann zum jungen Erwachsenen….es lernt denken und

reflektieren, analysieren und bewerten…muss es sich doch

immer wieder rückversichern, ob es alles richtig macht,

ob es ok ist, was andere darüber denken und wie

die Bewertung ausfällt.

Der Rahmen seiner Möglichkeiten wurde schon früh

abgesteckt und daran wird auch heute (unbewusst)

noch alles gemessen.

So verschafft sich der Erwachsene von heute selbst immer

wieder diese schmerzhaften Erfahrungen von früher….

weil ihm nicht bewusst ist, wo die Lügen über das Leben

versteckt sind.

 

Ich schreibe dies, um deine Gefühle zu wecken,

um dir zu helfen, dich einzufühlen in das Kind,

das du mal warst, denn es ist noch da, und es will endlich

gesehen werden, es braucht deinen Schutz, den Schutz

des Erwachsenen, mit all den vielen Möglichkeiten,

die wir heute als Erwachsene haben.

 

Es möchte gehört werden, es hat Wünsche, die noch

nie geäußert oder immer überhört wurden.

Es braucht dich als Vertrauten. Es hat sonst niemanden,

außer dir! Und es braucht dein Verständnis,

dein Einfühlungsvermögen!

 

Es gibt zahlreiche wertvolle Bücher und Ratgeber

zum Thema „Inneres Kind“ und sie werden gern gekauft.

Dennoch erlebe ich immer wieder, dass Menschen sich

dadurch auf der Sachebene angesprochen fühlen…

warum auf der Sachebene?  Wenn wir es fühlen würden,

würde es wehtun…und Schmerz haben wir gelernt zu

vermeiden…also lieber alles mit dem Kopf abarbeiten…

Gefühle sind kindisch und wer fühlt, ist schwach

wie ein Kind…oft auch eine in der Kindheit

entstandene Überzeugung…. 😉

 

Leider können die Verletzungen nicht nur auf der

Sachebene abgehandelt werden, denn es sind Verletzungen,

die auf der Gefühlsebene entstanden sind.

Um sich diesen Schmerzen zu stellen, braucht es ein

Gegenüber, damit das Kind in uns die Erfahrung

machen kann: Es ist jemand für mich da,

ich bin angenommen, ich bin genau richtig,

ich bin wichtig, ich darf so sein, wie ich bin!

So kann das Kind in uns neue Erfahrungen machen,

Vertrauen fassen, sich zeigen und öffnen.

 

Das ist kein leichtes Thema und auch in einem Artikel nur

ansatzweise zu betrachten, deshalb ist es mir jetzt auch

ein besonderes Anliegen, auf die Stärken des Kindes

hinzuweisen, die es unter den gegebenen Umständen

entwickelt hat:

Durch das Ausbauen der Schutzschicht haben wir unsere

schmerz- und angstvermeidenden Verhaltensmuster gut

trainiert und sie wurden uns zu Stärken…, hier ein paar Beispiele,

die sich an den Überzeugungen von oben orientieren:

 

O Ich spüre die Bedürfnisse der anderen und kann ihnen helfen

O Ich bin für andere da, sie können sich auf mich verlassen

O Ich kann andere Menschen bewundern.

O Ich bin hartnäckig. Ich bin fleißig und schnell.

O Ich weiß, was ich will, und was ich nicht will.

O Ich kann ruhig und unauffällig sein.

O Ich sorge gern für Harmonie, Harmonie ist mir wichtig.

O Ich kann besonders sein.

O Ich habe ein sensibles Gespür für Stimmungen.

O Ich kann schon früh erahnen, was als nächstes geschehen

    wird.

O Ich kann sehr genau sein.

O Ich weiß, was ich tun muss/kann , um…..

O Ich kann es anderen recht machen.

O Ich kann meine Bedürfnisse auch mal hinten anstellen.

O Ich kann mit unerfüllten Wünschen leben.

O Ich spüre die unausgesprochenen Erwartungen,

    die andere an mich haben, sehr genau.

O Ich bin sehr ordentlich und wäge Entscheidungen

    sorgfältig ab.

 

Vielleicht erkennst du dich irgendwo wieder?

 

Ich möchte dir heute wieder vor Augen führen, wie

wunderbar und gut du gemacht bist und was du

aus deinen persönlichen Lebensumständen gemacht hast!

WOW!!!

Niemand ist je 1000 Schritte in deinen Schuhen gegangen.

Niemand hat das Recht, dich zu bewerten, zu beurteilen

oder dir etwas vorzuschreiben, du bist erwachsen

und verantwortest dein Tun!

 

Du allein mit dem Kind in dir, ihr habt das Leben bis

hierher gemeinsam gemeistert! YEAHH!

 

Vielleicht hat dieser Artikel das Interesse an deinem

inneren Kind geweckt und du spürst auch Abenteuerlust,

Freiheit und Albernheit?

Oder es kommen dir kindliche Wünsche in den Sinn?

(bei mir war es damals der Wunsch nach einer besonderen

Katze, selbst ausgesucht und für mein inneres Kind

selbst gekauft! 😊)

Nur zu, das ist ein guter Anfang, deinem Kind ein Stück

näher zu kommen! Es wird dich dafür lieben! 😊

 

Mir folgendem Zitat möchte ich mich heute von dir

verabschieden und dir eine entdeckungsreiche

Woche wünschen

 

Monika Wenk

 

Ein vollständiger Erwachsener erwächst aus einem vollständigen Kind.

Es ist nicht erforderlich, das Kind zu zerstören,

damit der Erwachsene hervortreten kann.

Wir alle müssen unser inneres Kind finden und heilen,

damit wir vollständig werden. 

                                                                            Namija Rasheda

 

 

 

PS: Zurück zum oben genannten Buch:

Ein anschaulicher Umgang mit dem inneren Kind,

der uns helfen kann, unser eigenes Kind zu entdecken,

wahrzunehmen und gut für es zu sorgen..

Und einfach schön zu lesen, wenn auch die Geschichte

selbst ein bisschen verrückt und skurril  ist.. 😉

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Kommentare: 2
  • #1

    Sabine (Montag, 31 August 2020 15:30)

    Danke!!!!!

    Schön wieder von dir zu lesen, hab das vermisst ���

  • #2

    Anni (Montag, 31 August 2020 17:28)

    ❤ Sehr schön geschrieben! Und wieder ein interessantes Thema!